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Candidate Experience… oder wie nennt sich das aus Sicht des Arbeitgebers?

Sind Sie auch fokussiert darauf, als Bewerber*in alles „richtig“ zu machen? Bestrebt, den besten Eindruck zu hinterlassen? Tendenziell eher mit Demut denn mit Arroganz aufzutreten? Mir ergeht es zumindest so – schliesslich ist der Kunde (in Form eines potenziellen Arbeitgebers) König. Könnte es sich nicht auch alternativ darstellen?

Candidate Experience bezeichnet die Gesamtheit der Erfahrungen eines Bewerbers an allen Kontaktpunkten mit seinem potenziellen neuen Arbeitgeber.
Quelle: Wikipedia

Diese „Candidate Experience“ wird ausschliesslich aus Sicht des Bewerbenden beschrieben: Die Wahrnehmungen und Erfahrungen, welche die Kandidat*innen während des Bewer­bungsprozesses sammeln, werden beleuchtet. Je positiver die Eindrücke sind, umso grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Gegenüber sich für unser Unternehmen entscheidet.

Ich stelle mir die Umkehrfrage: Wie nennen sich die Erfahrungen, die von potenziellen Arbeit­geberinnen gesammelt werden? Ich bin je länger, desto mehr erschreckt, was sich die „an­dere Seite“ gefallen lassen muss. Zugegeben, die nachfolgenden Beispiele sind bewusst ko­kett beschrieben. Leider aber sind sie der Wahrheit näher als der Erfindung.

  • Bei Direktansprachen fühle ich mich als Kandidatin in der stärkeren Position. Schliesslich will mein Gesprächspartner meine Gunst gewinnen. Also sind meine Hoffnungen auf „viel Net­tes“ durchaus berechtigt. Und mein Gegenüber wird Verständnis zeigen, dass ich mir sehr gerne sehr viel Zeit einräume, bis ich mich entscheide.
  • Meine potenzielle Arbeitgeberin lädt zu einem Erstgespräch ein. Per Zoom natürlich, wie es sich in Zeiten von Pandemien gehört. Dass mir der Termin kurzfristig doch nicht passt, wer­den meine Gesprächspartner selbst merken. Dann nämlich, wenn ich mich nicht zum virtu­ellen Treffen einklinke. Da meine Entschuldigung danach prompt vergessen geht, wird sich die Firma bestimmt selbst nochmals bei mir melden.
  • Ich bin begeistert! Die potenzielle neue Arbeitgeberin unterbreitet mir ein Angebot – ist also an meiner Mitwirkung interessiert. Nun ja, der Geldbeutel sollte doch bedeutend mehr gefüllt werden als ursprünglich besprochen. Schade nur, dass mein Gegenüber am Ange­bot festhält. Also verlange ich alternativ nach einer Weiterbildung – komplett finanziert na­türlich und möglichst noch im laufenden Kalenderjahr. Sonderbar nur, dass mir die poten­zielle Arbeitgeberin das nicht wie von mir eingefordert im Arbeitsvertrag festhalten mag. Dann überlege ich es mir gerne nochmals für ein paar Tage. Ich melde mich wieder. Ir­gendwann. Und vielleicht.

Als HR Fachspezialistin stehe ich ein für ein wertschätzendes Miteinander und Kommunikation auf gleicher Augenhöhe mit allen Beteiligten. Weder die eine noch die andere Partei hat das Recht oder den Vorzug auf ungleiche Denk- und Handlungsweisen. Lernen wir bitte wieder, uns mit Respekt und Anstand zu begegnen. Damit legen wir die beste Basis für eine zukünf­tige gute Zusammenarbeit!

Für Anregungen rund um den Bewerberprozess und das Personalmarketing hilft HRgenau gerne weiter.

 

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