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Traummasse im HR … oder bleibt auch das bloss ein Wunsch?

Wir haben sie alle, die Vorstellung unseres idealen Mitarbeitenden. Die Person, an der wir alle übrigen messen. Es muss nicht immer die Höchstleistung sein. Eine tolle Portion „Normalität“ reicht aus. Gepaart mit der geforderten Fachkompetenz und einer gut ausgeprägten sozialen Kompetenz haben wir sie: Die Traummasse einer HR Persönlichkeit.

Idealvorstellungen haben wir überall und von allem: Von unserer Wohnung. Von unseren Ferien. Von unserem Partner oder unserer Partnerin. Und gar von unseren HR Fachspezialisten. Die weiblichen mö­gen bitte 173 cm gross sein, schlank, sport­lich, blond, gutaussehend und char­mant, 25-jährig und die Erfahrung einer 45-Jährigen mitbringen. Der männliche Protagonist sei bitte zuvorkommend, blauäugig, erfahren und nicht zu domi­nant. Mit tiefer Stimme. Das beruhigt. %91Augenzwinkern%93

Das ist hoffentlich nicht unser persönliches Anforderungsprofil an die Personen im HR. Wir sind Dienstleis­ter und sollen im beruflichen Umfeld Wertschöpfung erzielen. Damit einher geht auch die Über­nahme aller Aufgaben, die mit der Ressource Mensch zu tun haben. So können sich die Li­nienverantwortli­chen und die Mitarbeitenden auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Zugegeben, damit verbunden ist oft auch viel Administration. Wir koordinieren die Zeiterfassung, Aus- und Ein­tritte inkl. Mutationen, klären Fragen rund um die Krankentaggeldversiche­rung oder die Pen­sions­kasse. Es ist dabei nicht grund­sätzlich unsere Aufgabe, den Auftrag kritisch zu hinterfragen. Will je­mand ein Zwischenzeugnis, so hat die Person Anspruch da­rauf. Und es ist nicht an uns zu monieren, dass die Person doch gerade erst eines erhalten hat. Sie wird Gründe haben, warum sie wiederholt ei­nes braucht. Wenn es um die Festlegung von Gehäl­tern geht, so halten wir uns an in­terne Richtlinien oder vergleichen die Möglichkeiten anhand der Gehälter der bestehenden Mitarbeiter. Aber es ist nicht an uns, innerhalb dieser Rah­menbedingungen auf Bie­gen und Brechen die eigene Vorstellung zu erzwingen. Die Bud­getverantwortung hält die Li­nie.

Fragen beantworten wir mit Engelsgeduld. Auch wenn sie uns dumm oder sinnlos erscheinen sollten oder wie­derholt gestellt werden. Rechthaberische und schnippische Aussagen unsererseits sind nicht angebracht. Auch wir sind in anderen Themenbereichen nicht allwissend. Und noch wichtiger: Auf Fachfragen wissen wir eine sichere Antwort. Wenn nicht, stehen wir dazu und klären ab. Unser Gegen­über verdient exakte Aus­künfte.

Was mich denn aber final zur Resignation treibt, sind HR Kolleginnen und Kollegen, die Weiterent­wick­lung im eigenen Umfeld unnötig finden. Weil es ihnen nach bisheriger Vorgehensweise ganz einfach von der Hand geht. Weil sie so wie heute ganz gut finden. Oder wohl einfach auch, weil sie es nicht an­ders kennen. Das Überdenken von HR Prozessen in regelmässigen Abständen ist essenziell. Das aus den eigenen Rei­hen zu schaffen, ist zugegebenermassen herausfordernd. Zu abwehrend verhalten wir uns gegenüber Mög­lichkeiten. Zu stark sind wir im Arbeitsalltag eingebunden. Idealerweise lassen sich Ver­änderungen von neu eingetretenen Mitarbeitenden anstossen. Sie haben den neutralen und wachen Blick. Sie bringen Erfahrungen aus einem anderen Umfeld mit. Aus diesem Grund motiviere ich neue Kolleginnen und Kollegen sehr gerne zum kritisch-konstruktiven Hingucken. Anpassungen dürfen da­raufhin keinesfalls als ne­gative Kritik oder gar als Scheitern aufgefasst wer­den. Es ist die Zeit, die Verän­derungen mit sich bringt. Je länger, desto schneller.

Kurz und gut: Der HR Fachspezialist mit Traummassen bleibt jederzeit offen für Neues, wirkt gewinnend, ist überzeu­gend und verfügt über eine tolle Portion Dienstleistungsorientierung und zurückhaltende Do­minanz.

Wer in absehbarer Zeit keinen Teamzuwachs erwartet und die Prozesse trotzdem überarbeiten will, fin­det idealerweise über andere Kanäle Unterstützung. Oder wendet sich an HRgenau.

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