… oder etwa doch 1920?

Nein, ich gehöre nicht zu jenen Personen, die alles bis ins letzte Detail „ver-effizientet“ haben müssen. Und ja, auch ich bin eine von denen, die auch einmal gedankenlos in den Tag träumen kann. Und über Sinn und Unsinn nicht nachdenken mag.

Aber bei der Arbeit funktioniere ich anders. Ich suche mir den effizientesten Weg. Die einfachste Methode. Die meist ausgeklügeltste Fassung. Zugegeben, es bedarf bis dorthin oft etwas Weg – und der kann durchaus auch steinig und von Widerstand ge­prägt sein. Allerdings bin ich überzeugt, dass Durchhalten sich lohnt.

Daher bin ich immer wieder erstaunt, wenn ich in den HR-Prozessen unterschiedlicher Firmen die Steinzeit antreffe. Sei dies in Form von Formularen, die händisch ausgefüllt und per interner Post zugestellt werden. Oder in Form von tausenden von Listen, die zwecks Übersicht (oder doch Chaos?) erstellt und gepflegt werden. Und ganz zu schweigen von Bewerberunterlagen, die mit einem Deckblatt und handschriftlichen Notizen weitergeleitet werden.

Wer 2019 die Bewerbungen noch auf Papier übergibt, die Zeiterfassung im HR noch manuell erfassen oder den Lohnlauf mehrmals pro Monat durchlaufen lässt, der oder die hat den Sprung ins digitale Zeitalter verpasst. Es braucht aber oft sehr wenig, um Effizienz zu schaffen. Und damit notabene auch Wertschöpfung.

Zugegeben, die Linie hat ihren massgeblichen Anteil an steinzeitlicher Arbeitsweise. Denn wird die Zeiterfassung digitalisiert und neu durch den Vorgesetzten verifiziert, entsteht unweigerlich der Eindruck, dass das HR Team die Aufgaben abdelegieren möchte. Da nützen sämtliche Bekräftigungen nichts, dass in der Zeit, in der das For­mular ausgefüllt, das Blatt intern verschickt oder die telefonische Meldung erfolgt ist, auch der Eintrag im System längst erledigt ist. Und die Anmerkung, Absenzen­management sei eine klassische Führungsaufgabe, behalten wir auch besser für uns.

Solange wir weiterhin unser Gärtchen-Denken pflegen, nicht die Optimierung im Sinne der Wertschöpfung erkennen und Angst vor Verlust oder nicht passenden Auf­gaben haben, bewegen wir uns gerne weiterhin im Jahre 1920. Auch wenn längst 2019 ist.

Es braucht eine Portion Interesse und Mut – ist dieses gewagte Wort hier gegebenen­falls sogar passend? – die eigenen Abläufe kritisch zu hinterfragen und Erneuerungen einzuleiten. Wer das auch rund um die Ressource Mensch tun möchte, den unter­stütze ich dabei sehr gerne.

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